Radon – Die Gefahr aus der Tiefe

Die Natur ist kein grundsätzlich schadstofffreier Lebensraum. Ob Schimmelsporen, Radioaktivität, Viren oder Allergene – auch ohne die vom Menschen verursachten Beeinträchtigungen gibt es genügend, was dem menschlichen Organismus zusetzen kann.

Wenn neue Gefahrenquellen ausfindig gemacht werden, entstehen leicht Panikmache und Hysterie mit denen sich leicht Geschäfte machen lassen.
Unser Anliegen ist es, sachlich aufzuklären, tatsächliche Gefahrenpotentiale zu messen und zu analysieren sowie vernünftige Maßnahmen vorzustellen.
Im Falle von Radon ist dieser Prozess zum Glück relativ einfach.

Was ist eigentlich Radon?
Radon ist ein Edelgas, das beim radioaktiven Zerfall von Uran entsteht. Es kann überall vorkommen – im Erdboden zum Beispiel, aber auch in Baumaterialien.
Radon kann vom Menschen nicht wahrgenommen werden. Es ist unsichtbar, man kann es nicht riechen und nicht schmecken. Man weiß also zunächst nicht, ob es da ist oder nicht.
Dringt das Gas aus dem Erdboden und gelangt im Freien an die Luft, vermischt und verflüchtigt es sich rasch. Außerhalb von Gebäuden bleibt die Radon-Konzentration also gering.
Dringt Radon allerdings über undichte Fundamente, über Risse im Mauerwerk und auch an Rohrleitungen entlang in geschlossene Räume ein, steigt dort die Konzentration stark an und führt zu einem Erkrankungsrisiko.
Atmet ein Mensch Radon und seine radioaktiven Folgeprodukte über einen längeren Zeitraum in erhöhtem Maße ein, steigt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Radon gilt nach dem Rauchen als größter Verursacher von Lungenkrebs.
Natürlich sind zunächst diejenigen Gebäudeteile betroffen, die mit dem Erdboden in Berührung stehen oder ihm nahe sind. In der Regel sind das Keller- und Abstellräume. Hier bilden sich schnell hohe Radon-Konzentrationen, die bei längeren Aufenthalten – man denke an Hobbykeller oder Fitnessräume, Waschküchen oder Souterrain-Wohnungen – eindeutig als Gefahrenzonen gelten müssen.
Doch auch die oberen Geschosse können betroffen sein, wenn sich Radon über Treppen, undichte Geschossdecken oder Kabelkanäle dorthin ausbreiten kann.
Für etwa 10% aller Häuser in Deutschland stellt eine erhöhte Radon-Konzentration ein Problem dar.

Kommt Radon wirklich überall vor?
Es gibt Karten, die das Aufkommen von Radon zeigen. Dort finden sich zum Beispiel für Deutschland gebietsspezifisch unterschiedliche Radon-Konzentrationen. Allerdings fußen diese statistischen Erhebungen nur auf Stichproben. Eine flächendenkende und lückenlose Dokumentation ist nicht möglich. So kann es sein, dass ein Gebiet relativ gut abschneidet, weil die Messpunkte mehrheitlich günstig lagen – über undurchlässigen Felsformationen oder Tonschichten. Aber schon bei einem Gesteinswechsel oder über einem Gesteinsriss könnte das Ergebnis anders ausfallen.
Auf die Wohn- und Arbeitssituation übertragen heißt das: In einer Straße können mehrere Häuser verschont bleiben, während eines davon mittendrin doch betroffen ist.

Gibt es Grenzwerte?
Das Strahlenschutzgesetz verpflichtet Staat, Arbeitgeber und Bauherren zu Maßnahmen zum Schutz vor Radon. Dafür gibt es festgelegte Grenzwerte. Man muss aber davon ausgehen, dass jede Aufnahme von Radon in geschlossenen Räumen ein Krankheitsrisiko bedeutet.

Wie kann man Radon messen?
Das Messen von Radon ist unproblematisch und verursacht geringe Kosten.
Zunächst wird eine einfache Kurzzeitmessung durchgeführt. Sie zeigt, ob überhaupt erhöhte Radon-Werte vorhanden sind. Ist dies der Fall, folgt eine Aufzeichnung über eine Dauer von 12 Tagen, aus der sich der Handlungsbedarf ablesen lässt.

Was tun, wenn man betroffen ist?
Oft reichen überschaubare Maßnahmen aus, um den Radon-Gehalt in Innenräumen und damit das Erkrankungsrisiko deutlich zu senken. Das sind vor allem Abdichtungsmaßnahmen, die das Eindringen und Ausbreiten des Gases verhindern oder zumindest minimieren. Dies ist sowohl im Altbau wie auch im Neubau auf unterschiedliche Arten machbar.
Vor einem Neubau sollte auf jeden Fall der Baugrund begutachtet werden. Bei einer Bedrohungslage sollte man Maßnahmen wie z.B. ableitende Drainagen einplanen.

Wer sollte eine Prüfung vornehmen lassen?
Grundsätzlich sollten alle Menschen, die auf eine gesunde Wohn- und Arbeitsumgebung wert legen über die Radon-Belastung Bescheid wissen.
Auch für Architekten, Planungsbüros, Investoren oder Immobilienmakler ist eine Aufklärung wichtig. Schließlich kann der Wert eines Objektes stark von diesen Faktoren abhängen und eine profunde Auskunft über den Zustand ein entscheidendes Kriterium beim Kauf oder Verkauf werden – und zwar in steigendem Maße, je größer das Bewusstsein für das Problem Radon in Zukunft werden wird.

Sprechen Sie uns an. Als völlig unabhängiges Ingenieurbüro konstatieren wir die Fakten und empfehlen immer nur die wirklich notwendigen und sinnvollen Maßnahmen.
Wir haben die nötige Erfahrung und Expertise, wir bilden uns ständig auf dem Gebiet der Strahlen- und Radon-Problematik fort, wir sind unabhängig und zertifiziert.
Und ein hohes ethisches Bewusstsein bestimmt den Umgang mit unseren Kunden.

Ihr Ingenieurbüro Kirschmann / Baubiologie
© November 2019

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